Der Zustand der L94 (Möllner Landstraße) in der Ortsdurchfahrt Oststeinbek sorgt seit Langem für Unmut. Schlaglöcher, Risse und eine insgesamt stark beschädigte Fahrbahn prägen das Bild. Für viele Bürgerinnen und Bürger ist die Situation kaum noch nachvollziehbar – zumal das Land aktuell von zusätzlichen Bundesmitteln zur Sanierung der Infrastruktur profitiert. Ausgangspunkt der aktuellen politischen Initiative war eine Anfrage des Oststeinbekers Patrick Dunkelmann. Er hatte sich direkt an die Landtagsabgeordneten seines Wahlkreises gewandt: „Die Straße ist in einem erheblich sanierungsbedürftigen Zustand. Viele Menschen hier fragen sich, warum trotz zusätzlicher Mittel nichts passiert“, schrieb Dunkelmann in seiner Mail.
Der SPD-Landtagsabgeordnete Martin Habersaat griff das Thema auf und stellte eine Kleine Anfrage an die Landesregierung. Ziel war es, Klarheit darüber zu bekommen, ob und wann mit einer Sanierung zu rechnen ist – und ob die neuen Infrastrukturmittel dafür genutzt werden könnten. Die Antwort der Landesregierung fällt jedoch ernüchternd aus: Die L94 in Oststeinbek ist derzeit nicht Bestandteil der Landesstraßenerhaltungsstrategie bis 2027. Ein konkreter Termin für die Maßnahme ist nicht vorgesehen. Zwar stehen dem Land durch das Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität zusätzliche Mittel zur Verfügung. In dem 500-Millionen-Euro-Topf fanden sich jedoch nicht die benötigten 3 – 5 Millionen Euro für die Möllner Landstraße.
Habersaat zeigt sich darüber deutlich enttäuscht: „Die L94 ist eine zentrale Verkehrsachse für Pendlerinnen und Pendler sowie den Wirtschaftsverkehr. Sie ist stark beschädigt – zu stark, um saniert werden zu können. Das ist eine frustrierende Antwort. Zumal sie seit Jahren die gleiche ist.“ Zwischenzeitlich war die Sanierung mal ausgesetzt worden mit Verweis auf Arbeiten auf Hamburger Seite. Diese kurze Pause änderte jedoch weder etwas am Zustand der Straße noch an der fehlenden Prioritätensetzung der Landesregierung. „Es war bloß zwischendurch mal eine andere Ausrede“, kommentiert Habersaat.
Gemeinsam machten sich Habersaat und Dunkelmann vor Ort ein Bild von der Lage. Für Dunkelmann ist die Situation schwer verständlich: „Wir reden hier nicht über ein kleines Randthema, sondern über eine zentrale Verkehrsachse. Es ist schwer zu akzeptieren, dass die Sanierung auf unbestimmte Zeit verschoben wird, obwohl Geld da ist.“
Auch die Perspektive bleibt unklar. Nach Angaben der Landesregierung hängt eine mögliche Sanierung weiterhin von der Priorisierung innerhalb der bestehenden Programme ab. Diese sei eigentlich gegeben, aber die Straße zu kaputt für eine günstige Lösung. Eine kurzfristige Lösung ist damit nicht in Sicht.
Für Habersaat ist das ein falsches Signal: „Wenn das Land zusätzliche Millionen für Infrastruktur erhält, dann müssen die Menschen vor Ort auch merken, dass sich etwas verbessert. Gerade bei so offensichtlich maroden Straßen mit großer Bedeutung.“
Dunkelmann will das Thema weiter verfolgen – und hofft auf Bewegung: „Ich wünsche mir, dass die Verantwortlichen die Situation vor Ort ernst nehmen und die Sanierung endlich angehen.“
Material:
Kleine Anfrage 20/4581
https://www.landtag.ltsh.de/infothek/wahl20/drucks/04500/drucksache-20-04581.pdf
500 Millionen für Schleswig-Holsteins Straßen
