Reinbek – Die SPD-Ortsvereine Südstormarns und Wentorfs haben im Stormarnzimmer des Schlosses Reinbek ihren Kandidaten für die Landtagswahl am 18. April 2027 bestimmt: Der amtierende Landtagsabgeordnete Martin Habersaat wurde mit 36 von 36 Stimmen einstimmig nominiert. Stimmberechtigt waren alle SPD-Mitglieder im Wahlkreis. Insgesamt nahmen über 50 Personen an der Veranstaltung teil.
Eröffnet wurde die Versammlung von der SPD-Kreisvorsitzenden in Stormarn, Marion Meyer, die die Gäste begrüßte und Habersaats bürgernahe Arbeit „auf Augenhöhe“ lobte.
Als Gastredner sprach der SPD-Spitzenkandidat zur Landtagswahl, Ulf Kämpfer. Er beschrieb die schwierige Ausgangslage für die SPD, warb jedoch zugleich für einen selbstbewussten Wahlkampf mit klaren inhaltlichen Alternativen zur Politik der amtierenden Landesregierung, die zuletzt eher verwalte als gestalte. Kämpfer formulierte ambitionierte Ziele: „Warum soll es nicht unser Anspruch sein, Obdachlosigkeit in Schleswig-Holstein zu beenden? Warum können wir nicht erreichen, dass keine Schülerin und kein Schüler unsere Schulen ohne Abschluss verlässt?“ Hintergrund seien unter anderem überdurchschnittlich hohe Zahlen von Schulabgängerinnen und -abgängern ohne Abschluss sowie besonders hohe Wohnkostenbelastungen im Land.
In seiner Rede stellte Martin Habersaat die Bildungspolitik in den Mittelpunkt. Er kritisierte insbesondere Kürzungen an den Schulen: Gemeinschaftsschulen müssten in den Klassen 5 bis 10 mit sechs Stunden weniger Unterricht auskommen, Gymnasien mit vier Stunden weniger. Gleichzeitig seien Kurse in der Oberstufe sowie im Bereich Deutsch als Zweitsprache (DAZ) vergrößert worden. Zudem bemängelte Habersaat bürokratische Hürden im Bildungsministerium, die angesichts des Lehrkräftemangels schwer nachvollziehbar seien. So könnten qualifizierte Lehrkräfte teilweise nicht eingesetzt werden, obwohl sie dringend benötigt würden. Als Beispiele nannte er einen erfahrenen Mathematiklehrer aus Nordrhein-Westfalen, der aufgrund seiner ursprünglichen Ausbildung als Berufsschullehrer nicht an einer Gemeinschaftsschule unterrichten dürfe, sowie eine Grundschullehrerin aus Mecklenburg-Vorpommern, deren Qualifikation in Schleswig-Holstein nicht anerkannt werde.
Diese Praxis stehe im Widerspruch zur Realität an den Schulen: Bereits heute würden viele Lehrkräfte – insbesondere im Fach Mathematik – fachfremd unterrichten, und an Grundschulen verfüge etwa jede fünfte unterrichtende Person nicht über eine vollständige Lehramtsausbildung.
Die anwesenden Mitglieder sprachen ihrem Abgeordneten großes Vertrauen aus. Gemeinsam wollen die SPD-Ortsvereine Reinbek, Glinde, Barsbüttel, Oststeinbek und Wentorf im kommenden Landtagswahlkampf dafür sorgen, dass das Thema Bildung stärker in den Mittelpunkt rückt.
