Jedes Kind muss schwimmen können!

Schwimmhallen sind aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen. Sie dürften aber geöffnet werden, um beispielsweise Kaderathlet:innen und Rettungsschwimmer:innen Training und Ausbildung zu ermöglichen. Auch Sportangebote zur medizinischen Rehabilitation und Gruppen-Schwimmunterricht für Kinder bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres können vom Kreisgesundheitsamt genehmigt werden, wenn ein Hygienekonzept vorliegt und das örtliche Infektionsgeschehen nicht dagegen spricht. Martin Habersaat, SPD-Landtagsabgeordneter aus Reinbek: „Diese grundsätzliche Möglichkeit besteht nach dem Auslaufen der Bundesnotbremse auch wieder im Kreis Stormarn. Um Kindern Schwimmunterricht zu ermöglichen, bedarf es aber noch einer zweiten Komponente: Den Betreibern muss der ‚Notbetrieb‘ der Halle auch finanziell ermöglicht werden.“

Die SPD-Landtagsfraktion hat deshalb in Person ihrer sportpolitischen Sprecherin Kathrin Bockey einen Antrag vorgelegt, der genau das zum Inhalt hat: die Träger:innen von öffentlichen oder privaten Schwimmbädern, in denen schulischer oder außerschulischer Schwimmunterricht für Kinder und Jugendliche oder Rettungsschwimmtrainings angeboten werden, finanziell zu unterstützen (Drucksache 19/2954). Martin Habersaat: „Der Antrag steht auf der Tagesordnung der nächsten Landtagssitzung vom 19.-21. Mai. Wir können uns nicht vorstellen, dass die Landtagsmehrheit aus CDU, Grünen und FDP sich diesem Anliegen verschließt. Es darf nicht sein, dass Corona uns eine Generation von Nichtschwimmern beschert.“

Kathrin Bockey schreibt in der Antragsbegründung:
Im Jahr 2020 starben bundesweit 378 Menschen bei Badeunfällen, unter ihnen 18 Kinder im Vorschulalter und fünf Kinder im Grundschulalter. Zwar ist die Zahl der Todesfälle ist im Vergleich zum Vorjahr 2019 sowohl bundesweit als auch in den norddeutschen Bundesländern leicht rückläufig, in Schleswig-Holstein stieg sie hingegen weiter an.

Bereits vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie konnten immer weniger Kinder und Jugendliche in Schleswig-Holstein sicher schwimmen. Grund hierfür ist, dass immer weniger Kinder und Jugendliche zu sicheren Schwimmer:innen ausgebildet werden, sei es im familiären Umfeld, in den Schulen oder in Vereinen. Durch die landesweite Schließung von Schwimmbädern während der Corona-Pandemie und das zwischenzeitliche Entfallen des schulischen und außerschulischen Schwimmunterrichts verschlimmert sich diese Situation zunehmend. Die Zahl der Nichtschwimmer:innen unter Kindern und Jugendlichen nimmt weiter zu. Dabei kann die Fähigkeit, sicher zu schwimmen, im Ernstfall Leben retten.